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„Der ausſchweifende König, der tumultuariſche König Ludwig X.“ ſagt Hutin,„folgte ſeinem Vater Philipp dem Schönen, Johann XXII. Clemens V.“
Avignon wurde damals in der That ein zweites Rom. Johann MII. und Clemens VI. machten es zur Königin des Luxus. Die Sitten der Zeit mach⸗ ten daraus die Königin der Verſchwendung und Ueppigkeit. An der Stelle ſeiner Thürme, welche Romain de St. Ange niedergeriſſen, umgab Hernan⸗ dez de Heredi, der Großmeiſter des Johanniterordens von Jeruſalem, ſeine Hüfte mit einem Mauergürtel. Die Stadt beſaß ausſchweifende Mönche, welche die heiligen Umfriedungen der Klöſter zu Orten der Lüderlichkeit und Ueppigkeit machten; ſie beſaß ſchöne Courtiſanen, welche die Diamanten aus der Tiara brachen, um ſich Arm⸗ und Halsbänder daraus zu machen; endlich hatte ſie die Echos von Vaucluſe, die ihr die ſüßen und melodiöſen Lieder Petrarcas ſangen.
Dies dauerte, bis König Karl V., ein kluger und religiöſer Fürſt, welcher dem Scandal ein Ende zu machen beſchloſſen, den Marſchall von Boucicaut ſchickte, um den Gegenpapſt Benedict XIII. aus Avignon zu vertreiben; bei dem Anblick der Soldaten des Königs von Frankreich erinnerte ſich dieſer je⸗ doch, daß er, ehe er Papſt unter dem Namen Bene⸗ dict XIII. geworden, Capitän unter dem Namen Peter de Luna geweſen. Fünf Monate vertheidigte er ſich, ſelbſt auf den Mauern ſeines Schloſſes die Kriegsmaſchinen richtend, welche weit mördähſcher waren, als ſeine päpſtlichen Blitze. Endlich zu fliehen gezwungen, entkam er durch ein Schlupfthor aus


