Teil eines Werkes 
2. Theil (1826)
Entstehung
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☛̈ 192 duld, Freundſchaft, zogen ihn indeſſen zu Gu⸗

ſtaven hin, deſſen nur zu ſichtliche Sorgfalt, je⸗ dem vertraulichen Geſpräch mit ihm zu entge⸗

hen, ihn täglich noch peinlicher verſtimmte.

Madame de Serval fühlte ſich immer unheim⸗

licher bei dieſer faſt allgemeinen Verſtimmung, die einen um ſo größeren Einfluß auf ſie ausübte, als ſie ſich in ihren Erwartungen getäuſcht fand. Nach der warmen, ausdrucksvollen Zuneigung, die der Graf ihrer Tochter bezeigt, nach der faſt kindlichen

Innigkeit gegen ſie ſelbſt, die ſie an ihm wahr⸗

genommen, zu ſchließen, hatte ſie erwartet, daß er gleich nach demFeſte um die Hand Noali's anhalten würde. Sie litt freilich in der Stille mit Theobald, in deſſen Herzen ſie geleſen, allein der Wunſch ihres verſtorbenen Wohlthäters und Guſtavs Perſönlichkeit, ſelbſt

ihre Verwandtſchaft, bildeten ein überwiegendes

Gegengewicht; indeſſen ging ein Tag nach dem andern hin; Guſtav näherte ſich nicht wieder, im Gegentheil er ſchien, verlegen, zerſtreut, und ſelbſt Theobald hielt ſich fern.

Noali allein blieb ſich Anfangs gleich. Immer heiter, ſanft, lebhaft, aufmerkſam, er⸗ ſchien ſie zufrieden, ja glücklich. Sie war die Seele des kleinen Cirkels, die wenigſtens