Teil eines Werkes 
2. Theil (1826)
Entstehung
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für Augenblicke einen äußern Anſchein allgemei⸗ ner Wohlbehaglichkeit hervorzauberte; allein ſelbſt die ſchönſte Seele leidet, von einem hin⸗ fälligen Körper umfangen. Die ſcharfen⸗Blicke der Mutter entdeckten allmählig kleine Nebel⸗ wölkchen, die der noch lächelnden Sonne vor⸗ überzogen. Ihre ſüße Heiterkeit wurde nicht von einer gleichen begegnet. Ihre Blicke haf⸗ teten oft betroffen, fragend auf Theobalds. Lächelte er, ſo glänzten die ihrigen von inniger Zufriedenheit; blieb er ernſt oder kalt, in ſich gekehrt, ſo verſchwand das Lächeln von Noali's Lippen, und mit geneigtem Kopfe ſaß ſie ſin⸗ nend da, ein Bild ſüßer Wehmurh. Die Mut⸗ ter ſeufzte, und ſchüttelte ſtill und unſchlüſſig den Kopf.

So waren einige Wochen vergangen; Gu⸗ ſtav hatte ſeitdem nicht das geringſte Zeichen von der Gegenwart, ja ſelbſt von dem Daſeyn der Unbekannten empfangen. Dies Stillſchwei⸗ gen nach dem heftigen Ausbruch der Eiferſucht

ſchien ihm von unglücklicher Vorbedeutung. Seine

ſchlecht verhehlte Unruhe brachte noch größere

Verwirrung in den kleinen Kreis. Er machte

oft ſehr lange, einſame Spaziergänge unter

dem Vorwand, ſeine Kräfte zu prüfen, allein in . 13*