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giebt Weſen, die, um das Leben zu ertragen, weder ein Geſtern noch ein Morgen haben dürfen; der gegenwärtige Tag macht ihnen genug zu ſchaffen, mitunter allzu viel!“ fügte ſie mit einem flüchtigen Lächeln hinzu.
Solche Ausdrücke eines troſtloſen Leides ergriffen immer Guſtavs Herz; allein wenn ein herzliches Wort über ſeine Lippen ging, wenn er ſich der Sprache theilnehmender Freundſchaft bediente, ſchien die ſittſam ſtrenge Baronin er⸗ ſtaunt, unzufrieden, und hüllte ſich aufs neue in eine Atmoſphäre von Eis, die Alle von ihr entfernte. 3
Theobald, betrübt von Guſtavs ſcheinbarer Kälte, hatte indeſſen bemerkt, daß ſeine Grün⸗ de und ſeine Beredſamkeit einen tiefen Eindruck auf den Freund gemacht. Er glaubte den Er⸗ folg ſchweigend abwarten zu dürfen, und dem, was er für Pflicht hielt, getreu, das Bedürf⸗ niß fühlend, Herr ſeiner ſelbſt zu bleiben, floh auch er mit dem Herzen voll von Liebe, ſoviel wie möglich, jedes einſames Zuſammentreffen mit Noali, deſſen ſüße Gefahr er doppelt ſcheue⸗ te, ſeit dem Augenblick, da er inne geworden, daß eine fortgeſetzte Vertraulichkeit auch ihrer Ruhe gefährlich werden könne! Unruhe, Unge⸗
Lebewohl. II. Thl. 13


