☛ꝙ 170
ſchätze, ſo wie den Freund meiner glücklichen Jugend werde ich ihn doch nie lieben können.“ Dieſe unerwartete Erklärung erregte Wonne
und Qualen in Theobalds Bruſt, die ihm bis dieſe Stunde unbekannt waren, und ſein Ge⸗ müth verwirrten. Er mußte alle ſeine Seelen⸗ kräfte zuſammenraffen, um mit der Ruhe der Freundſchaft Noali's inniger Zuneigung zu ent⸗ gegnen. Er rief aus ſeinem Herzen das ein⸗ zige Gefühl, dem er ſich hingeben durfte, hervor, und wandte wehmüthig ſeine Gedanken von ei⸗
ner bezaubernden Zukunft ab.
Guſtavs plötzliche Entfernung ließ ihm in⸗ deſſen ein Abenteuer rückſichtlich der Unbekann⸗ ten ahnen. Mit Ungeduld ſehnte er ſich, ſo wie der Freund, nach dem Ende des Feſtes, um allein und ungeſtört mit ihm reden zu können; als ſie endlich aber Herr ihrer ſelbſt wurden, ſchien der Graf nur zu wünſchen, allein zu ſeyn, und verſchob jede Erörterung bis zu dem folgenden Tag. 3.
Die Einſamkeit that ihm Noth, aber ſie.


