Teil eines Werkes 
2. Theil (1826)
Entstehung
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beruhigte ihn nicht. Es gehörte nicht zu den

von dem Geſchick erkohrnen Weſen, die ſich der Nacht, wie einer Quelle der Ruhe immer hin⸗

geben, ſchlummernd oder wach, füllen ihnen

glückliche Träume, lächelnde Anſichten die Stun⸗

den aus, die dem Leidenden wie eine Ewigkeit

erſcheinen. Ueberall herrſchte tiefe Ruhe im

Schloſſe, Guſtav wachte noch. Er warf ſich

den Zauber vor, den Noali's Gegenwart um

ihn verbreitete; er unterſuchte das eigne Herz,

und fand, daß nur die Unbefangenheit, die An⸗ muth des holden Kindes, und beſonders ſeine

Eitelkeit, durch den ſichtbaren Vorzug, den ihm

Noali gab, geſchmeichelt, allein die Selbſtver⸗

geſſenheit hervorgebracht, die das glühende Herz ſeiner Unbekannten zerreißen mußte.

Nur ſie liebte er; nur ſie allein übte eine unumſchränkte Gewalt über ſeine Gedanken, über alle ſeine Empfindungen aus; allein er war ein Mann! bedeutet das vielleicht, daß fremde Wünſche ſich in ſeinem Herzen regen könnten, ohne daß er darum ſich für unbeſtändig hielt?