Teil eines Werkes 
1.Theil (1826)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

☛ 196

die Ruhe ſeines künftigen Lebens gekoſtet ha⸗ ben würde; und verdiente Athenais, daß ihret⸗ wegen ein Menſchenleben zu Grunde gienge, daß ein rechtliches Gemüth ſich ihretwegen eine lange Reue aufbürdete?

War es die geleſene Erzählung, die da⸗ durch entſtandenen Betrachtungen, oder das ver⸗ goſſene Blut, das den Grafen ſich ſelbſt zurück— gab? Seine Phantaſie war plötzlich erkaltet, ſeine Leidenſchaft in ſeine Bruſt zurückgedrängt; erloſchen wohl nicht; es iſt ein Wahrzeichen der Liebe ähnlichen Leidenſchaft, daß ſie unbe⸗ friedigt auch ohne Achtung beſtehen kann. Gu⸗ ſtav fühlte, daß es zu ſeiner Heilung erforder⸗ lich war, ſie, die ihn ſo tief verwundet und ſo tief gekränkt, nicht mehr zu ſehen. Um ihr nicht mehr zu begegnen, lehnte er alle Einla⸗ dungen ab.

Sein Duell mit dem General C*** hatte

indeſſen Aufſehen erregt; mehr als je ſchien

man ſich um ihn zu ſtreiten. Aber mit Ent⸗

ſchloſſenheit widerſtand er lange allen Verſu⸗