Teil eines Werkes 
1.Theil (1826)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

☛ 43

ren Gang beſchleunigend, trat ſie in eine dunkle Allee hinein und verſchwand.

Guſtav fühlte ſich unruhig, traurig. Er hatte von der Kammerfrau erfahren, daß die Gräſin die vorige Nacht gar nicht zu Bette ge⸗ weſen. Es war ſchon eine Stunde verſtrichen, ſeit ſie ſich nach dem Felſen begeben hatte. Sie kam immer nicht wieder, und der ſorgende Guſtav begann unruhig zu werden; jeden Au⸗ genblick nahete er ſich dem offnen Fenſter, in der Hoffnung, das weiße Kleid der Mutter zwiſchen den Bäumen gewahr zu werden; allein er entdeckte nichts; kein Laut ließ ſich verneh⸗ men. Da er die Qual dieſer Ungewißheit nicht länger aushalten konnte, und zugleich befürch⸗ tend, daß ſeine Mutter ſich nicht wohl befände, entſchloß er ſich zum erſten Mal, ihren Befehl zu

übertreten und ſie aufzuſuchen. Er war eben im

Begriff, herunter zu gehen, als er einen Frem⸗ den in den Hof eintreten ſah, und kurz nachher erſchien ein Bedienter, der einen Brief an die

Gräſin ablieferte, welchen der Verwalter des Ba⸗