Teil eines Werkes 
1.Theil (1826)
Entstehung
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nes anvertrauen, deſſen reine Seele, gewohnt ſich in den ſtillen Tugenden ſeiner Umgebung abzuſpiegeln, nicht einmal das Böſe ahnete?

Die Geſundheit der Madame de Nercé wurde

täglich hinfälliger, und ihre mütterliche Sorge vermehrte ſich in demſelben Grade, wie ihr Le⸗ ben auszulöſchen drohete.

Während nun die Mutter unenßig mit traurigen Ahnungen der Zukunft entgegen ſah, ſo wie der Sohn ihr durch den Zauberſpiegel jugendlicher Hoffnungen, traf ein Ereigniß ein, das beide ſchmerzlich ergriff. Guſtavs väterli⸗ cher Lehrer bekam einen Brief aus Neapel, von einer dort wohnenden, lange nicht geſehe⸗ nen Schweſter. Ihr, eben ſo wie das ſeine, hoch vorgerücktes Alter, ihre hinfällige Ge⸗ ſundheit, die lange hingeſchlummerte Liebe, die oft bei dem Gedanken einer baldigen Trennung die Jugendgluth der erſten Jahre wieder an⸗ nimmt, hatte den Wunſch in ihr erregt, noch einmal vor ihrem Tode den einzigen Freund, den einzigen Verwandten, der ihr geblieben