73³ nie hätten ſie etwas anderes ſingen mögen, als was ich geſetzt.— Tereſina verkündigte mir end⸗ lich, daß ſie von einem Impreſſario zum nächſten Carnevel als erſte tragiſche Sängerin engagirt wor⸗ den, ſie wolle aber erklären, daß ſie nur unter der Bedingung ſingen werde, wenn mir wenigſtens die Cumpoſition einer tragiſchen Oper übertragen würde. — Das ernſte Tragiſche ſey doch nun ein Mal mein Fach u. ſ. w. Lauretta meinte dagegen; Schade ſey es, wenn ich nicht meinem Hange zum Zierlichen. Anmuthigen, kurz zur Opera buffa nachgeben wollte. Für dieſe ſey ſie als erſte Sän⸗ gerin engagirt, und daß niemand anders als ich die Oper, in der ſie zu ſingen hätte, componiren ſolle, verſtehe ſich von ſelbſt. Du kannſt denken, mit welchen beſonderen Gefühlen ich zwiſchen beiden ſtand. Uebrigens ſiehſt Du, daß die Geſellſchaft, zu der ich trat, eben diejenige iſt, welche Hummel mahlte, und zwar in dem Moment, als der Abbate eben im Begriff iſt in Lauretta's Fermate hinein⸗ zuſchlagen.„Aber dachten ſie denn,“ ſprach Eduard: „gar nicht an dein Scheiden, an das gallbittere Billet?«„Auch nicht mit einem Wort,“ erwiederte Theodor,„und ich eben ſo wenig, denn längſt war aller Groll aus meiner Seele gewichen, und mein Abentheuer mit den Schweſtern mir ſpaßhaft ge⸗ worden. Das einzige, was ich mir erlaubte, war, dem Abbate zu erzählen, wie vor mehreren Jahren
Hoffmann's erzaͤhl. Schriften. VIII. Bd. 7


