68
den zum Fenſter hinauswerfen— ich hielt an mich. Lauretta ſprach weiter, daß ſie mich gleich fortja⸗ gen wollen, indeſſen ſey ſie durch mein flehentliches Bitten bewogen worden, mich noch ferner um ſich zu dulden aus Mitleid, da ich bei ihr den Geſang ſtudiren wollen. Tereſina beſtätigte dies zu mei⸗ nem nicht geringen Erſtaunen.„Es iſt ein gutes Kind,“ fügte ſie hinzu,„jetzt iſt er in mich ver⸗ liebt, und ſetzt alles für den Alt. Einiges Talent iſt in ihm, aber er muß ſich aus dem Steifen und Ungelenken herausarbeiten, das den Deutſchen ei⸗ gen. Ich hoffe mir aus ihm einen Compoſitore zu bilden, der mir, da wenig für den Alt geſchrieben wird, einige tüchtige Sachen ſetzt, nachher loſſe ich ihn laufen. Er iſt mit ſeinem Liebeln und Schmach⸗ ten ſehr langweilig, auch quält er mich zu ſehr mit ſeinen leidigen Compoſitionen, die zur Zeit ganz erbärmlich ſind.“„Wenigſtens bin ich ihn jetzt los,“ ſiel Lauretta ein,„was hat mich der Menſch verfolgt mit ſeinen Arien und Duetten, weißt Du wohl noch Tereſina?«— Nun fing Lauretta ein Duett an, das ich komponirt, und das ſie ſonſt hoch gerühmt hatte. Tereſina nahm die zweite Stimme auf und beide parodirten in Stimme und Vortrag mich auf das grauſamſte. Der Tenor lachte, daß
es im Zimmer ſchallte, ein Eisſtrom goß ſich durch
meine Glieder— mein Entſchluß war gefaßt nu⸗ widerruflich. Leiſe ſchlich ich mich fort von der


