64 wüthenden Blicken mich durchbohrend, riß die Par⸗ thie zuſammen, warf ſie mir an den Kopf, daß die Stücke um mich her flogen, und rannte wie raſend durch das Orcheſter in das Nebengemach. So wie das Tutti geſchloſſen, eilte ich nach. Sie weinte, ſie tobte.„Mir aus den Augen, Frevler,“ ſchrie ſie mir entgegen—„Teufel, der hämiſch mich um al⸗ les gebracht— um meinen Ruhm, um meine Ehre — ach um meinen Trillo.— Mir aus den Augen, verruchter Sohn der Hölle!“— Sie fuhr auf mich los, ich entſprang durch die Thüre. Während des Konzerts, das eben jemand vortrug, gelang es end⸗ lich Tereſinen und dem Kapellmeiſter die Wüthende ſo weit zu beſänftigen, daß ſie wieder vorzutreten ſich entſchloß; ich durfte aber nicht mehr an den Flügel. Im letzten Duett, das die Schweſtern ſan⸗ gen, brachte Lauretta noch wirklich den anſchwellen⸗ den Harmonikatriller an, wurde über die Maaßen beklatſcht und gerieth in die beſte Stimmung. Ich konnte indeſſen die üble Behandlung, die ich in Ge⸗ genwart ſo vieler fremder Perſonen von Lauretta erduldet, nicht verwinden, und war feſt entſchloſſen den andern Morgen nach meiner Vaterſtadt zurück zu reiſen. Eben packte ich meine Sachen zuſam⸗ men, als Tereſina in mein Stübchen trat. Mein Beginnen gewahrend, rief ſie voll Erſtaunen:„Du willſt uns verlaſſen?“ ich erklärte, daß, nachdem ich ſolche Schmach vou Lauretta erduldet, ich län⸗
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