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Rath Krespel / von E.T.W. Hoffmann
Entstehung
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zum wüthenden Schmerz, ſagte Lauretta, ſie wolle uns etwas vorſingen. Tereſina nahm die Chitarra, ſtimmte und griff einige volle Akkorde. Nie hatte ich das Inſtrument gehört, ganz wunderbar erfaßte mich tief im Innerſten der dumpfe geheimnißvolle Klang, in dem die Saiten erbebten. Ganz leiſe fing Laurette den Ton an, den ſie aushielt bis zum Fortiſſimo und dann ſchnell losbrach in eine kecke krauſe Figur durch anderthalb Oktaven. Noch weiß ich die Worte des Aufangs:Sento l'amica speme. Mir ſchnürte es die Bruſt zuſammen, nie hatte ich das geahnet. Aber ſo wie Lauretta immer küh⸗ ner und freier das Geſanges Schwingen regte, wie immer feuriger funkelnd der Töne Strahlen mich umfingen, da ward meine innere Muſik, ſo lange todt und ſtarr, entzündet und ſchlug empor in mächti⸗ gen herrlichen Flammen. Ach! ich hatte ja zum er⸗ ſtenmale in meinem Leben Muſik gehört. Nun ſan⸗ gen beide Schweſtern jene ernſten tief gehaltenen Duet⸗ ten vom Abbate Steffani. Tereſina's volltönender himmliſch reiner Alt drang mir durch die Seele. Nicht zurückhalten konnte ich meine innere Bewe⸗ gung, mir ſtürzten die Thränen aus den Augen. Der Onkel räusperte ſich, mir mißfällige Blicke zuwerfend, das half nichts, ich war wirklich außer mir. Den Sängerinnen ſchien das zu gefallen, ſie erkundigten ſich nach meinen muſikaliſchen Studien, ich ſchämte mich meines muſikaliſchen Treibens und