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henkt und mit einer darüber angebrachten Blumen⸗ krone, als Königin den andern zu gebieten. Dieſe Violine, ſprach Krespel, nachdem ich ihn darum be⸗ fragt, iſt ein ſehr merkwürdiges, wunderbares Stück eines unbekannten Meiſters, wahrſcheinlch aus Tar⸗ tinis Zeiten. Ganz überzeugt bin ich, daß in der innern Struktur etwas beſonderes liegt, und daß wenn ich ſie zerlegte, ſich mir ein Geheimniß er⸗ ſchließen würde, dem ich längſt nachſpürte. Aber— lachen Sie mich nur aus, wenn Sie wollen— dies todte Ding, dem ich ſelbſt doch nur erſt Leben und Laut gebe, ſpricht oft aus ſich ſelbſt zu mir auf wunderliche Weiſe, und es war mir, da ich zum er⸗ ſten Male darauf ſpielte, als wär' ich nur der Magnetiſeur, der die Somnambule zu erregen ver⸗ mag, daß ſie ſelbſtthätig ihre innere Anſchauung in Worten verkündet.— Glauben Sie ja nicht, daß ich geckhaft genug bin, von ſolchen Phantaſtereien auch nur das mindeſte zu halten, aber eigen iſt es doch, daß ich es nie über mich erhielt, jenes dumme todte Ding dort aufzuſchneiden. Lieb iſt es mir jetzt, daß ich es nicht gethan, denn ſeitdem Antonie hier iſt, ſpiele ich ihr zuweilen etwas auf dieſer Geige vor.— Antonie hört es gern— gar gern. Die Worte ſprach der Rath mit ſichtlicher Rüh⸗ rung, das ermuthigte mich zu den Worten: O mein beſter Herr Rath, wollten Sie das nicht in meiner Gegenwart thun? Krespel ſchnitt aber ſein ſüßſau⸗
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