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Rath Krespel / von E.T.W. Hoffmann
Entstehung
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17 hier am Orte:Was iſt denn das für ein gemei⸗ nes Quinkeliren? Nur Antonie vermag zu ſin⸗ gen. 3

Auf ſolche phantaſtiſche Dinge bin ich ganz ver⸗ ſeſſen. Jene Aeußerungen des Publikums über An⸗ tonien's Geſang hatte ich ſelbſt ſchon öfters ver⸗ nommen; aber ich ahnte nicht, daß die Herrliche am Orte ſey, und in den Banden des wahnſinnigen Krespels, wie eines tyranniſchen Zauberers liege. Natürlicher Weiſe hörte ich auch ſogleich in der folgenden Nacht Antonien's wunderbaren Geſang, und da ſie mich in einem herrlichen Adagiv(lächer⸗ licher Weiſe kam es mir vor, als hätte ich es ſelbſt komponirt) auf das Rührendſte beſchwor, ſie zu ret⸗ ten, ſo war ich bald entſchloſſen, ein zweiter Aſtol⸗ fo, in Krespels Haus, wie in Alzinens Zauberburg einzudringen, und die Königin des Geſanges aus ſchmachvollen Banden zu befreien.

Es kam alles anders, wie ich es mir gedacht hatte; denn kaum hatte ich den Rath zwei⸗ bis dreimal geſehen, und mit ihm eifrig über die beſte Structur der Geigen geſprochen, als er mich ſelbſt einlud, ihn in ſeinem Hauſe zu beſuchen. Ich that es, und er zeigte mir den Reichthum ſeiner Violi⸗ nen. Es hingen deren wohl dreißig in einem Ka⸗ binett, unter ihnen zeichnete ſich eine durch alle Spuren der hohen Alterthümlichkeit(geſchnitzten Löwenkopf u. ſ. w.) aus, und ſie ſchien, höher ge⸗

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