Frauenzimmers, von einem Pianoforte begleitet. Dann wachten die Töne einer Violine auf, und ſtrit⸗ ten in regem feurigem Kampfe mit der Stimme. Man hörte gleich, daß es der Rath war, der ſpielte. Ich ſelbſt miſchte mich unter die zahlreiche Menge, die das wundervolle Konzert vor dem Hauſe des Rathes verſammelt hatte, und ich muß Ihnen ge⸗ ſtehen, daß gegen die Stimme, gegen den ganz ei⸗ genen tief in das Innerſte dringenden Vortrag der Unbekannten, mir der Geſang der berühmteſten Sän⸗ gerinnen, die ich gehört, matt und ausdruckslos ſchien. Nie hatte ich eine Ahnung von dieſen lang ausgehaltenen Tönen, von dieſen Nachtigallwirbeln, von dieſem Auf⸗ und Abwogen, von dieſem Steigen bis zur Stärke des Orgellautes, von dieſem Sinken bis zum leiſeſten Hauch. Nicht einer war, den der ſüſeſte Zauber nicht umfing, und nur leiſe Seufzer gingen in der tiefen Stille auf, wenn die Sänge⸗ rin ſchwieg. Es mochte ſchon Mitternacht ſeyn, als man den Nath ſehr heftig reden hörte, eine andere männliche Stimme ſchien, nach dem Tone zu urtheilen, ihm Vorwürfe zu machen, dazwiſchen klagte ein Mädchen in abgebrochenen Reden. Hef⸗ tiger und heftiger ſchrie der Rath, bis er endlich in jenen gedehnten ſingenden Ton ſiel, den Sie kennen. Ein lauter Schrei des Mädchens unter⸗ brach ihn, dann wurde es todtenſtille, bis plötzlich es die Treppe herabpolterte, und ein junger Menſch
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