Teil eines Werkes 
3. (1858) Die Erben / von Max Ring
Entstehung
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ſeine Frau heimführte. Bald darauf erfuhr Bauer, daß ſeine frühere Stellung bei der Bank durch das Ableben ſeines Nachfolgers erledigt war; er bewarb ſich darum und erhielt dieſelbe von Neuem, da ihn der Director als einen zuverläſſigen und brauchbaren Mann mit Freuden wieder anſtellte. Mit der früheren Beſchäftigung nahm er auch die alte Einfachheit an; ſein Hausweſen gewann dadurch nur an innerer Behaglichkeit. Zufrieden mit ſeinem Ge⸗ ſchicke trägt er nach wie vor die ſchweren Beutel; er beauf⸗ ſichtigt ſeine Kinder, welche ebenfalls die verlaſſene Arbeit wieder beginnen mußten und die durch Liebe und Strenge zu tüchtigen und ehrenwerthen Mitgliedern der Geſellſchaft von ihm erzogen werden. Nur Frau Bauer denkt wohl noch von Zeit zu Zeit an die aufgegebene Herrlichkeit und das vornehmere Leben mit Wehmuth zurück, doch die Aus⸗ ſicht, bald Großmutter zu werden, mindert ihre Trauer um die verlaſſenen Fleiſchtöpfe Aegyptens, oder vielmehr die ſchönen Kaffees bei der Frau Schwägerin. Der Prozeß um die Erbſchaft ſchwebt noch immer und wird wohl noch ſo manches Jahr ſchweben, da mit jedem Tage neue Prä⸗ tendenten auftreten, welche begründetere Anſprüche zu haben glauben. Weil es bisher dem Kaſſenboten noch nicht ge⸗ lungen iſt, die vom Gericht verlangten Dokumente beizu⸗ bringen, ſo dürfte es äußerſt zweifelhaft ſein, ob er je in den Beſitz der halben Million gelangen wird. Er kümmert