Teil eines Werkes 
3. (1858) Die Erben / von Max Ring
Entstehung
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bote.Ich werde Dich nicht zu einer Heirath mehr zwin⸗ gen, die Dich nur unglücklich machen würde.

Dieſe Worte wirkten wie der beſte Balſam und gaben dem Mädchen neue Kraft, ſo daß ſie ſich mit Hülfe ihrer Begleiter zu erheben und einige Schritte zu gehen vermochte. Da die Wunde keineswegs gefährlich ſchien und die Blu⸗ tung durch den vorläufigen Verband geſtillt war, ſo be⸗ ſchloß man, um jedes Aufſehn zu vermeiden, Hannchen bis zum Park zu führen und dort aus der Nähe einen Wagen herbeizuſchaffen, um ſie ſo unbemerkt nach Hauſe zu bringen. Dies gelang auch vollkommen und kein Menſch hatte eine Ahnung von dem, was die Liebenden aus Verzweiflung gethan hatten. Vor der Thür ſtieg der Kaſſenbote ab, um ſeine Frau von Allem zu unterrichten. Vor Schreck erſtarrte die Mutter, aber bald fand ſie ihre Beſinnung wieder; ſie eilte der Tochter entgegen und der Anblick des bleichen Kindes weckte auch in ihrem Herzen die tiefſte Reue über ihr bisheriges Benehmen. Mit der größten Schonung wurde Hannchen zu ihrem Bette geleitet; ein ſchnell indeß herbeigerufener Arzt entfernte die noch im Fleiſche ſitzende Kugel, wobei die Verwundete den Schmerz unterdrückte. Während der Operation hielt Guſtav ihre Hand in der ſeinigen und mit ſanftem Lächeln ſuchte die Dulderin den Geliebten und die ängſtlichen Eltern zu be⸗ ruhigen. Der Doctor empfahl vor allen Dingen die größte