Teil eines Werkes 
3. (1858) Die Erben / von Max Ring
Entstehung
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Keiner wiſſen, nur er allein trug die furchtbare Laſt und das Bewußtſein ſeiner Schuld. So wankte er weiter, ge⸗ peinigt von ſolchen Selbſtvorwürfen, zugleich überließ er ſich den ſchwarzen Gedanken, welche von allen Seiten ſeine Seele jetzt beſtürmten. Es wurde ihm mit einem Male klar, daß mit der Ausſicht auf die unerwartete Erbſchaft ein böſer Geiſt in ſein Haus eingezogen ſei; dahin war der ſtille Frieden und das frühere Glück. War er nicht zufrieden geweſen mit ſeiner beſcheidenen Stellung, ſeinem kleinen Verdienſt und im Kreiſe ſeiner wohlgerathenen Familie? Jetzt war das Alles zerſtört, vernichtet und ſtatt des geträumten Wohlſtandes das Unheil, die Zwietracht, der Tod in ſeiner furchtbarſten Geſtalt bei ihm eingekehrt. Mit Wehmuth gedachte er der vergangenen Zeit, der be⸗ ſcheidenen Wohnung, ſeiner faſt ärmlichen Einrichtung, in der er ſich ſo behaglich und wohl einſt gefühlt hatte, ſeiner ſtillen Freuden nach gethaner Arbeit, ſeiner fleißigen, immer geſchäftigen Frau, die jetzthem Müßigange und dem Luxus nach dem Beiſpiele der Schwägerin ergeben war; ſeiner Söhne und Töchter, die augenſcheinlich verwilderten und ſein väterliches Anſehn zu verlachen anfingen. Das arme Hannchen hatte ſich, um der von ihren Eltern ihr aufge⸗ zwungenen Verbindung zu entgehn, dem Tode freiwillig in die Arme geworfen. O!l das war mehr, als der alte Mann zu ertragen vermochte. Eine derartige Kataſtrophe 14*