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die Schulter geſtreift und war in das dicke Fleiſch des Oberarmes gedrungen.
Bald ſchlug ſie, wieder aus ihrer Ohnmacht erwachend, die Augen auf; ſie lächelte ihn wehmüthig mit ihren bleichen Lippen zu. Bei dem Anblick des ſtrömenden Blutes über⸗ fiel ihn ein unnennbares Gefühl von troſtloſer Verzweif⸗ lung und das ganze Gewicht der beabſichtigten That fiel wie eine ſchwere Laſt auf ihn. Dahin ſchwanden die fin⸗ ſteren, mordluſtigen Entſchlüſſe; er hatte jetzt keinen andern Gedanken, als Hannchen zu retten. Alsbald zerriß er ſein Taſchentuch, um das Blut zu ſtillen und einen kunſtloſen, vorläufigen Verband anzulegen, worin er als gedienter Sol⸗ dat ſich einige Erfahrung erworben hatte. Aengſtlich be⸗ lauſchte er den Ausdruck ihres Geſichtes und den Schlag ihres Herzens. Er verſtand auch bereits ſo viel, um ein⸗ zuſehen, daß die Wunde keineswegs gefährlich war; in der Freude ſeines Herzens wußte er nicht, was er beginnen ſollte; er lachte und weinte zu gleicher Zeit, küßte ihre Hand und ihren Mund, wobei er ſich wie närriſch ge⸗ berdete.
„Soll ich denn nicht ſterben?“ fragte ſie mit matter Stimme, über ſein unerklärliches Benehmen erſtaunt.
„Nein!“ jubelte er.„Du darfſt nicht ſterben, Du mußt leben und ſelbſt mit dem Couſin. Nur nicht ſterben, nur nicht ſterben!“ ſetzte er mit gefalteten Händen hinzu.


