Teil eines Werkes 
3. (1858) Die Erben / von Max Ring
Entstehung
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ſterben, ob mir ſchon der Tod von Deiner Hand lieber ge⸗ weſen wäre.“

Er gab ihr die geladene Waffe, nachdem er den Hahn zuvor geſpannt und unterwies ſie, wie ſie es von ihm verlangte. Mit dem Finger deutete er auf die Stelle, worauf ſie den mörderiſchen Lauf richten ſollte.

„Und nun vergieb mir,“ flehte ſie,„all die Schmer⸗ zen, die Du um meinetwillen gelitten haſt.“

Sie umarmten ſich noch einmal und ihre Lippen be⸗ rührten ſich zu einem langen, nicht enden wollenden Ab⸗ ſchiedskuß.

Die Verabredung war getroffen, daß auf ein Zeichen, welches Guſtav geben ſollte, Beide zu gleicher Zeit die Piſtolen abzudrücken hatten. Zuvor wandte er ſich noch einmal um, weil er ein Geräuſch in der Nähe gehört zu haben glaubte. Hannchen, in der Angſt überraſcht und ſo⸗ mit in ihrem Vorhaben geſtört zu werden, wartete nicht erſt das Zeichen ab. Vielleicht wollte ſie auch dem Ge⸗ liebten in die Ewigkeit voraneilen, um nicht Zeuge ſeines Todes zu ſein, vielleicht war es nur Zufall, daß ihre Fin⸗ ger den Hahn früher berührten, ehe ſie der Waffe die nöthige Richtung gegeben hatte. Der Schuß fiel und im nächſten Augenblick kniete Guſtav neben der hingeſunkenen Geliebten auf dem grünen Raſen, der von ihrem Blute roth gefärbt wurde. Die Kugel hatte, wie er ſich raſch überzeugte, nur