Teil eines Werkes 
3. (1858) Die Erben / von Max Ring
Entstehung
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Thaler ankommt, ſo kann er ihr auch die ſchieligen Augen operiren laſſen, damit ſie ihn grade anſehen kann. Auf's Geld iſt er verſeſſen, ein falſcher Duckmäuſer, der ſieht, wo er bleibt und ſo ein Scheuſal nimmt er ſich nun, weil er bald den Alten zu beerben hofft.“

„Mutter! Ich bitte Dich, ſchimpfe nicht auf Guſtav, wenn Du mir einen Gefallen thun willſt. Daß er mich ſo bald vergeſſen hat, will ich ihm verzeihen, denn eigent⸗ lich trage ich allein die Schuld. Daß er aber aus Geiz und weil er am Gelde hängt, das Mädchen nimmt, iſt nicht wahr, wenn Du es auch hundert Mal mir agſt. Eher will ich Alles von ihm glauben, als daß er ſo gemein ſein kann. Seinen Charakter kenne ich und der iſt gewiß von einem ſolchen Fehler frei.“

So vertheidigte ſie jetzt den Mann, den ſie doch in

ihrem Innern weit ſchwerer anklagen mußte, der Mutter gegenüber und ſchwieg gegen ihre ſonſtige Gewohnheit, da ſich auch der Bräutigam, der unterdeß mit dem Kaſſenboten gegangen war, Hannchen wieder näherte. Sie duldete mit mehr Freundlichkeit als ſonſt, ſeine Zärtlichkeit, aber da auch er übermüthig den ihm ſchon von der erſten Begeg⸗ nung her verhaßten Sattler und die Meiſterstochter ver⸗ ſpottete, warf ihm Hannchen einen zornigen Blick zu, indem ſie ihm zugleich ihr Mißfallen über ſeine ſchlechten Witze entſchieden zu erkennen gab. Er biß ſich auf die blaſſen

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