181
wiſſen, was dabei herauskommt und wenn der Prozeß ge⸗ wonnen wird, ſo hätte ich vielleicht nur eine Lumperei davon.“
„Du mußt am beſten wiſſen, was Du zu thun haſt. Ueberlege Dir die Sache, wir können ja morgen noch darüber ſprechen, aber Du haſt keine Zeit zu verlieren, da die Wechſel am Ende dieſer Woche fällig ſind.“
„Das iſt es ja eben, was mir ſo große Sorge macht,“ ſagte der Kaſſenbote, noch immer unentſchloſſen.„Ich muß das Geld haben und doch möchte ich nicht gern leicht⸗ ſinnig handeln und die ſchöne Erbſchaft ſo verſchleudern.“
„Ja, dann kann ich Dir nicht helfen,“ antwortete der Schneider kalt, indem er nach ſeinem Hut griff und that, als ob er gehen wollte..
„So lauf doch nicht! Ich will ja nur Deine Anſicht hören, weil ich mir allein nicht traue. Mein Gott! Ich bin ſo unerfahren in all' den Sachen und wenn Du mich im Stich laſſen willſt, ſo weiß ich nicht, was ich an⸗ fangen ſoll:“
Der Schwager, dem es mit dem Fortgehen keines⸗ wegs Ernſt war, ſtellte wieder den Hut hin und machte ein ernſtes Geſicht, indem er ſeine Hand auf die Schultern des Kaſſenboten legte.
„Ich ſehe allerdings,“ ſagte er im ſtrengen Tone, „daß Du in Geſchäftsſachen noch ein wahres Kind biſt,


