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bote.„Der Aſſeſſor verlangt ſein Geld und will ſich nicht gedulden, bis der Prozeß entſchieden iſt.“
Der Schneider antwortete nicht; er ſchien nachzu⸗ denken und einen zufrieden ſtellenden Ausweg aus dieſer Verlegenheit zu ſuchen. Augenſcheinlich ging ihm das Geſchick ſeines Anverwandten ſehr zu Herzen, denn man ſah ihm ordentlich die Trauer an und wie bemüht er war, einen paſſenden Rettungsweg aufzufinden. Ein mitlei⸗ digeres Geſicht konnte kein Menſch machen und dabei hatte noch Haſenfritz den Vorzug, daß er zu jeder Stunde und unter allen Verhältniſſen damit aufwarten konnte. End⸗ lich ſchien er nach langer und reiflicher Ueberlegung, die er eigentlich nicht einmal brauchte, zu einem glücklichen Reſultat gekommen zu ſein.
„Ich hab's!“ rief er laut.„So wird und muß es gehen, wenn Du nichts dawider haſt.“
„Was Du mir rathen wirſt, will ich gewiß thun. Ich weiß, daß ich keinen beſſeren Freund auf der Welt habe, als Dich.“
„Das darfſt Du auch glauben,“ antwortete der Schneider, indem er ſeine Augen zum Himmel richtete, oder vielmehr zur Stubendecke, wo eben eine dicke Kreuz⸗ ſpinne eine unvorſichtige Fliege in ihrem Netz fing und langſam ausſaugte.
1858. XVI. Neue Stadtgeſchichten. III. 12


