Teil eines Werkes 
3. (1858) Die Erben / von Max Ring
Entstehung
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nung hin und her, bis er ihn nach ſeiner Meinung mürbe gemacht zu haben glaubte und für reif hielt, mit ſeinem längſt vorbereiteten Vorſchlage hervorzutreten. Es war die ganze Handlungsweiſe eine Art moraliſcher Hetze, eine ſyſtematiſche Bearbeitung und Tortur, die der Schneider ſchon in vielen Fällen mit Erfolg angewendet hatte und die in der Praxis unſerer Wucherer nicht eben ſelten vor⸗ zukommen pflegt. Als Haſenfritz den richtigen Zeitpunkt gekommen hielt, lenkte er wieder ein, indem er eine große Theilnahme mit dem Schickſal ſeines Schwagers heuchelte und ſich als ſein Freund, Wohlthäter und einziger Retter geberdete.

„Hier muß geholfen werden,“ ſagte er ſcheinbar ge⸗ rührt.„Wenn ich das Geld liegen hätte, ſo würde ich mich keinen Augenblick beſinnen, aber leider bin ich grade in dieſem Augenblick gänzlich außer Stande.“

„Ol ich weiß, daß Du gern Alles hergeben möchteſt, um mich zu retten.“

„Das weiß Gott! betheuerte der Schneider, indem er zur Bekräftigung ſeine Hand auf die Stelle legte, wo bei andern Menſchen das Herz zu ſchlagen pflegt.„Ich würde mein letztes Hemde für Dich geben, wenn Du es verlangſt.“

„Was ſoll ich aber anfangen?“ jammerte der Kaſſen⸗