Teil eines Werkes 
3. (1858) Die Erben / von Max Ring
Entstehung
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Wäſche plagen. Dafür aber konnten wir ruhig ſchlafen und ich war keinem Menſchen etwas ſchuldig.“

„Wenn es weiter nichts iſt. Die vornehmſten Leute haben Schulden und je vornehmer, deſto mehr. Daran wirſt Du Dich gewöhnen.“

„Aber der Aſſeſſor, der mir auf Deine Veranlaſſung das Geld gegeben hat, will nicht länger warten. Die Wechſel ſind Ende dieſer Woche fällig; ich habe ihn um Aufſchub gebeten. Darauf iſt er nicht eingegangen. Wer hat denn gedacht, daß der Prozeß ſich noch ſo lange hin⸗ ziehen wird. Ich habe beſtimmt auf die Entſcheidung gehofft. Nun ſitze ich in der Klemme und weiß mir keinen Rath, weder aus noch ein.“

„Das iſt freilich ſchlimm,“ bemerkte der Schneider mit erheuchelter Theilnahme.„Ich kenne den Aſſeſſor; der läßt nicht mit ſich ſpaßen. So ein Wechſel iſt eine böſe Sache. Ehe man ſich's verſieht, wird Proteſt aufge⸗ nommen, Exekution verfügt und wenn die fruchtlos aus⸗ fällt, wird man eingeſperrt.“

„Herr des Himmels!“ fuhr der Kaſſenbote bei dieſer tröſtlichen Ausſicht auf.„Die Schande überlebt' ich nicht.“

Erſchrocken ſprang er von ſeinem Stuhle empor und ging mit gerungenen Händen verzweiflungsvoll in haſtigem Gange auf und nieder, ſich und ſeine Kinder bejammernd,