Teil eines Werkes 
3. (1858) Die Erben / von Max Ring
Entstehung
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gebene, kriechend gegen Vornehme und wo es ſein Vortheil erforderte. Er trug einen eleganten Schlafrock, unter dem die feine Wäſche, die karrirten Modebeinkleider und die ſchwere, goldene Uhrkette mit einer gewiſſen Koketterie hervorſchaute. Vor ihm ſtand eine halbgefüllte Kaffeetaſſe und ein Käſtchen mit Cigarren, von denen er ſo eben eine angezündet hatte, indem er mit ſtarken Zügen den blauen Rauch heftig von ſich blies. Der Kaſſenbote ſchien zur Unzeit gekommen zu ſein; es hatte ſo eben eine unange⸗ nehme, häusliche Scene zwiſchen Vater und Sohn ſtatt ge⸗ funden. Monſieur Auguſt Haſenfritz gehörte nämlich zu den jungen Leuten, welche weit leichter Geld auszugeben, als einzunehmen verſtehn; dies gab zu allerlei Reibungen Veranlaſſung, wobei die ſchwache Mutter gewöhnlich die Partei des verzogenen Lieblings zu nehmen pflegte. Der junge Herr ſaß noch ſchmollend, mit ausgeſtreckten Beinen dem Vater gegenüber, deſſen Strafpredigt er mit einem Gemiſch von Verachtung und Gleichgültigkeit entgegennahm. Um ſeine ſchmalen Lippen und um das verwitterte und bereits verlebte Geſicht ſchwebte ein ſpöttiſches Lächeln, das dem Alten nur noch mehr aufbrachte.

„So ſoll doch das Donnerwetter—“ ſchrie er laut

Der Satz blieb ihm jedoch in der Kehle ſtecken bei dem unerwarteten Eintritt des Kaſſenboten, deſſen lautes An⸗ klopfen überhörtworden war. Auch Frau Haſenfritz war ganz