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ſtand, der ſie umgab, die ſchöne Einrichtung, die feinen Meubel und das gute Leben mußten ſie für den Mangel an wahrer Liebe und häuslichem Glück entſchädigen; ſie war eine jener gutmüthig paſſiven Naturen, welche Fünfe grade ſein laſſen und mit Allem zufrieden ſind, wenn ſie nur vollauf haben und es ihnen nicht an gutem Eſſen und Trinken fehlt. Anfänglich hatte ſie ſich über die Feind⸗ ſchaft mit ihren Verwandten gegrämt; nach und nach, da ſie doch daran nichts ändern konnte, ſich zufrieden gegeben und zuletzt kam es ihr vor, als müßte es ſo ſein. Jahr und Tag hatten ſich die Geſchwiſter nicht geſprochen, nur dann und wann auf der Straße geſehn und kaum flüchtig be⸗ grüßt; ſie waren ſich fremd geworden; was in der großen Stadt weit eher möglich iſt, als in der kleinen, wo man in einem Tage ſechsmal über einander ſtolpern kann.— Das Alles bedachte jetzt der Kaſſenbote, wie er vor dem Hauſe ſtand, wo ſein Schwager wohnte. Ein hell polirtes Meſſingſchild war an der Thür befeſtigt mit der Aufſchrift: Friedrich Haſenfritz, Tailleur; denn das deutſche Wort Schneider kam dem Beſitzer viel zu gemein vor, nicht einmal der„Herrenkleiderverfertiger“ genügte dem ſtolzen Patron. Neben dem Schilde hing ein Glockenzug mit einem Porzelan⸗ griff, worauf noch einmal der Name Haſenfritz in goldenen Buchſtaben zu leſen war. Bauer ſchellte und ein artiges, aber ziemlich naſeweiſes Dienſtmädchen öffnete; ſie war ſo fein 4*


