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ſchor ſeine Schäfchen immer auf zwei Seiten, indem er ſie zugleich mit Kleidern und mit Geld verſorgte, wofür er doppelt ſich bezahlt zu machen verſtand. Das Schneider⸗ handwerk betrieb er jedoch in letzter Zeit nur noch zum Schein, deſto mehr aber ſeine andern Geſchäfte, denen er eine immer größere Ausdehnung zu geben ſich bemühte. An Kunden fehlte es ihm nicht und ſelbſt mancher feine Kavalier, Grafen und Barone, ſuchten die Bekanntſchaft des Meiſters Haſenfritz. Solche Geſchäfte pflegen aber, wenn ſie mit der nöthigen Vorſicht und Schlauheit betrieben werden, einen ſchönen Gewinn abzuwerfen, obgleich einfältige Leute häufig ſagen, daß kein Segen an dem Gelde ſei. Mit dem ſteigenden Wohlſtande ſtieg auch der Hochmuth des Schnei⸗ ders und er ließ denſelben ſeinen armen Verwandten tief empfinden, bis er zuletzt die Gelegenheit ergriff, jeden Um⸗ gang mit ihnen abzubrechen. Er ſchämte ſich, ſeitdem er ſo vornehme Leute in ſeinem Hauſe ſah, der einfachen Schwägersleute; nach und nach zog er ſich zurück; was ihm um ſo leichter wurde, da der Kaſſenbote von jeher den Mann ſeiner Schweſter und ſein Thun und Treiben, das ihm nicht verborgen bleiben konnte, innerlich verachtete und deſſen auch kein Hehl hatte.— e Die Frau war zwar von Herzen nicht böſe und liebte
auch ihren Bruder, aber ſie war, wie viele Weiber in der Hauptſtadt, eitel und genußſüchtig. Der behagliche Wohl⸗


