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Summen hinzukamen. Machte ein Schuldner aber einmal ein böſes Geſicht, tadelte er das ſchlechte Tuch und die un⸗ ſaubere Arbeit, oder wandte er ſich gar an einen andern Schnei⸗ der, dann war Meiſter Haſenfritz ſchnell mit der Klage bei der Hand und peinigte den Undankbaren mit Exekution und Perſonalarreſt, mit Drohungen und allen möglichen Tor⸗ turen ſo lange, bis er den letzten Heller aus ihm heraus⸗ preßte. Auf dieſe Weiſe hatte er nach und nach ein kleines Vermögen erworben, mit dem er ſeit längerer Zeit noch ein anderes Geſchäft verband. Er begnügte ſich nämlich nicht damit allein, ſeine Kunden zu bekleiden, ſondern ſeine Menſchenfreundlichkeit erſtreckte ſich ſogar ſo weit, ſie auch noch dazu mit Geld zu verſehn, wenn ſie es nothwendig brauchten. Natürlich nahm er dafür eine nicht ganz geringe Proviſion und außerdem ließ er ſich zur größeren Sicher⸗ heit ein Papier ausſtellen, das man in der kaufmänniſchen Sprache„Wechſelchen“ nennt. Er verfuhr jedoch dabei mit einer großen Vorſicht, ſo daß ihm bis jetzt das Gericht nichts anhaben konnte, weshalb er auch in der ganzen Nach⸗ barſchaft ſogar für einen Ehrenmann galt. Nur ſeine genaueren Bekannten und ſeine jungen Geſchäftsfreunde hießen ihn„einen Halsabſchneider und Wucherer“, wobei ſie ganz und gar vergaßen, was ſie ihm ſchuldig waren. Der Meiſter gab auf derartige Ehrentitel nichts, wenn er nur ſeinen Schnitt machte und das that er gehörig. Er
1858. XVI. Neue Stadtgeſchichten. III. 4


