Teil eines Werkes 
3. (1858) Die Erben / von Max Ring
Entstehung
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jenſeits der Alpen herumtreibt und nur von Zeit zu Zeit ſeine Boten, den rothgeſtiefelten Herrn Storch als Courier, oder die große Touriſtin, Fräulein Schwalbe, abſchickt, um ſeine nahe Ankunft zu verkünden. Solch ein holdes Frauen⸗ lächeln ſchwebte an dieſem Sonntage über Himmel und Erde, doppelt freundlich nach der wilden, ſtürmiſchen Schauernacht. Der Kaſſenbote hatte die ganze Nacht von ſeinen Kindern und die Frau von ihrem noch nicht auf⸗ gegebenen Lotteriegewinnſt geträumtv; jetzt erwachten Beide und hatten ihre rechte Freude an dem ſchönen Tag, der ſo hell durch das Fenſter in die Schlafſtube ſchaute.

„Es muß ſchon ſpät ſein,“ rief er faſt erſchrocken über das hereinbrechende Licht und ſich ſchlaftrunken noch die Augen reibend.„Ich habe gewiß die Uhr verſchlafen.“

„Was redeſt Du für dummes Zeug,“ ſagte ſie.„Es

iſt ja heute Sonntag und Du haſt keinen Dienſt.“

„Richtig, es iſt Sonntag,“ antwortete er mit einem glücklichen Geſicht.„Es iſt Sonntag.“

Er zog den bereits herausgeſtreckten Fuß wieder zu⸗ rück, in dem beruhigenden Gefühl, daß er nichts zu ver⸗ ſäumen habe. Der Gedanke verſetzte ihn in die heiterſte Feſttagsſtimmung; er kam ſich wie ein Freiherr vor, der

thun und laſſen konnte, was er wollte. So ein Rentier

oder Geldmann, der von ſeinen Zinſen lebt und alle Tage

Sonntag hat, kann ſich eigentlich von dieſer ſeligen und

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