Teil eines Werkes 
3. (1858) Die Erben / von Max Ring
Entstehung
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kam ihr, mit der Ausſicht auf den möglichen Gewinn, ihre bis⸗ herige zwar beſchränkte aber trauliche Wohnung viel zu eng und klein vor, der ganze Hausrath erſchien ihr ärmlich und nicht ausreichend. Was ſchaffte ſie nicht Alles in Gedanken für die zehntauſend Thaler an, auf welche ſie nicht einmal die entfernteſte Hoffnung hatte?— Einen ſchönen langen Rock für den Kaſſenboten, für ſich ſelber ein neues Kleid, womit man ſich an Sonn⸗ und Feiertagen in der Kirche zeigen konnte; für die Mädchen Mäntel und Hüte, für die Knaben Jacken und Mützen. Unmöglich durfte man dann in der bisherigen Wohnung bleiben, wo man ſich kaum rühren konnte und dann mußten doch auch neue Möbel gekauft werden; die alten waren längſt wurmſtichig, das Sopha wacklig und ſo hart, daß man ſich Schwielen darauf lag; die Stühle gingen aus dem Leim, dem Tiſche ſielen die Beine aus und der Schemel hatte in der Mitte einen großen Sprung bekommen. Fort zum Trödler mit dem alten Plunder! Am liebſten hätte ſie ein eigenes Häuschen gehabt, mit einem kleinen, beſcheidenen Gärtchen; ſie wußte ein ſolches Grundſtück ganz in der Nähe, das der Eigen⸗ thümer gern zu einem mäßigen Preiſe verkaufen wollte; ſie handelte und feilſchte bereits mit ihm und war ſo vertieft in ihrem Geſchäft, daß ſie darüber das ungewohnte Aus⸗ bleiben des Mannes und ihre Angſt vergaß. Eben that ſie ein letztes Gebot und der Verkäufer ſchlug ein, ſie war