25
Bürgerrecht, das ganze Leben, kurz Alles ſo theuer iſt. Mit ein Paar hundert Thalern wäre den jungen Leuten geholfen geweſen, aber woher die nehmen?— Heut zu Tage ge⸗ ſchehen keine Wunder mehr, die wohlthätigen Feeen, in dexen Schutz ſonſt die Liebenden ſtanden, ſind verſchwunden; großmüthige Fürſten, welche Abends, wie Harun⸗al⸗ Naſchid, verkleidet durch die Straßen ziehn und das Geld an brave Leute mit vollen Händen ausſtreuen, giebt es auch nicht mehr, ſeitdem die Kammern die Civilliſte ſo be⸗ ſchnitten haben. Höchſtens iſt noch die Lotterie eine Zuflucht für die Armen, aber um ein Loos zu nehmen, muß man doch auch Geld haben. Das leidige Geld! man kann es gar nicht mehr entbehren und alle Poeſie des Lebens wird an dem Mangel deſſelben zu Schanden.— Das war auch der Grund, warum das liebe Hannchen im Stillen ſeufzte, während ſie daran dachte, wie lange ſie noch bis zu ihrer Hochzeit warten müſſe. Aber die Trauer hielt nicht allzu⸗ lange an, denn ſie war von Natur ein friſches, fröhliches Gemüth und gewöhnlich ſo luſtig wie der Fink im grünen Baume.— Die Mutter ſpann indeß den einmal angeregten Gedanken von der Lotterie immer weiter aus, wie einen ſchönen Traum, von dem man ſich nicht losreißen kann, ob⸗ gleich man weiß, daß er entweder ſchwer oder gar nicht in Erfüllung gehn wird, das thut jedoch nichts; denn die bloße Beſchäftigung damit iſt ſchon ſo angenehm und gewährt


