Teil eines Werkes 
3. (1858) Die Erben / von Max Ring
Entstehung
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hätte. Auch diesmal kamen zwar die Bewerber aus allen Weltgegenden und brachten ihre Stammbäume mit, aber bei näherer Prüfung wurden dieſelben als falſch befunden und die hoffnungsvollen Erbſchleicher mußten beſchämt wieder abziehn. Die verſchiedenen Verhandlungen über dieſen Gegenſtand, erlangten eine immer größere Oeffent⸗ lichkeit; die Zeitungen und beſonders die Gerichtsblätter beſchäftigten ſich vielfach mit der Arnold'ſchen Erbſchafts⸗ angelegenheit, welche dadurch eine gewiſſe Popularität er⸗ langte.

Man ſprach darüber an allen Orten, in den Bier⸗ ſtuben und in den Familien, man fing an ſich immer mehr dafür zu intereſſiren und bald wurde dieArnold'ſche Sache eine ſtehende Rubrik unter den Unterhaltungen des Tages. Heute wollte man wiſſen, daß ſich endlich der wahre Erbe gefunden, morgen hieß es wieder, daß die Nachricht falſch ſei; bald war der Glückliche ein armer Handwerker, der ſich bisher kümmerlich mit ſeiner Familie ernährte; bald ein junges Mädchen, eine Waiſe, die plötzlich dadurch zur reich⸗

ſten Partie und die Sehnſucht aller jungen, noch unver⸗ heiratheten Männer wurde. Auch die ſogenannten Spaß⸗ vögel bemächtigten ſich mit der Zeit dieſes allgemein an⸗ ſprechenden Stoffes und vermehrten durch Ausſtreuung von allerlei ſcherzhaften und unwahren Gerüchten die Verwir⸗ rung aber auch das Intereſſe daran. Mit einer Art von