Teil eines Werkes 
3. (1858) Die Erben / von Max Ring
Entstehung
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Volksſtimme ſprach von mehreren Millionen und übertrieb, wie dies immer bei ſolchen Gelegenheiten zu geſchehn pflegt; aber viele hunderttauſend Thaler waren wenigſtens zu⸗ rückgeblieben. Das Gericht nahm vorläufig Beſitz davon und forderte von Zeit zu Zeit in den Zeitungen und öffent⸗ lichen Blättern die unbekannten Erben auf, ſich zu melden und ihre Anſprüche, durch Beweiſe ihrer Verwandtſchaft mit der Verblichenen, geltend zu machen. Man kann ſich wohl denken, daß es nicht an Bewerbern fehlte, denn wer erbt nicht gern eine halbe oder gar eine ganze Million. Plötzlich fanden ſich Verwandte ohne Zahl aus allen Ge⸗ genden Deutſchlands, aus dem tiefſten Süden und dem höchſten Norden; Gliedgeſchwiſterkinder von väterlicher und mütterlicher Seite, Blutsfreunde im dritten, vierten, ſelbſt im fünften Grade, aber ihre Anſprüche mußten doch nicht ſtichhaltig geweſen ſein, denn ſie wurden insgeſammt abgewieſen. Meiſt waren es Abenteurer oder Schwindler, welche die Gelegenheit benutzen wollten, auf dieſe Weiſe plötzlich reich zu werden, ſie konnten jedoch ihre Verwandt⸗ ſchaft mit der Familie Arnold entweder gar nicht oder in ſo mangelhafter Art nachweiſen, daß das Gericht ſie als rechtmäßige Erben nicht anerkannte und ihnen Schweigen auferlegte. Es wurde eine neue Aufforderung von dieſem erlaſſen und ein friſcher Termin beſtellt. Derſelbe war faſt verſtrichen, ohne daß ein ſtichhaltiger Prätendent ſich gemeldet