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Equipagen blieben leer; kein Menſch folgte der Todten und es war ein ganz eigenes Schauſpiel, wie ſich der Zug in Bewegung ſetzte und Niemand außer der Schweſter der Geſtorbenen das letzte Geleit gab. Draußen auf dem Kirchhof nahm der Prediger die Leiche in Empfang; er hielt eine lange Rede, welche nur die Schweſter mit an⸗ hörte, weil Keiner ſonſt zugegen war. Darauf wurde die Leiche in dem Erbbegräbniß der Familie Arnold beigeſetzt und die einzige Leidtragende kehrte allein wieder in das noch mehr vereinſamte Haus zurück. Seitdem ſah man nur das eine Todtenfräulein, ſie lebte wie früher in der ſtrengſten Abgeſchiedenheit und verließ nur noch ihre Woh⸗ nung, um auf den Kirchhof zu gehen. Dort ließ ſie ſich die Gruft von dem Todtengräber aufſchließen und ver⸗ weilte oft den ganzen Tag bei der abgeſchiedenen Schwe⸗ ſter, mit der ſie lange Geſpräche führte, als lebte dieſe noch und könnte ſie vollkommen hören. Selbſt der Todten⸗ gräber, der doch an die Schrecken des Grabes gewöhnt war, empfand ein Grauen, wenn er zufällig vorüberging und die wunderlichen Reden hörte;z es war ihm immer, als wäre die Klagende nicht allein, als antworte ihr eine fremde Stimme.— Auch im Hauſe ſprach die Ueber⸗ lebende viel mit der Todten, dann lauſchte ſie, als warte ſie auf eine Antwort; beim Eſſen lagen immer zwei Ge⸗ decke wie früher auf dem Tiſch und die Lieblingsſpeiſen


