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Straßen der Stadt, Bürger kämpften gegen Bürger und ſie allein erfuhren nichts davon. Sie wohnten in ihrem Hinterzimmer mit der Ausſicht auf den Hof, auf die hohe Brandmauer des Nachbars und auf eine alte Linde, welche ſie ſchon mehr als fünfzig Mal im Frühling grünen und im Herbſt verwelken ſahen. Den ganzen Tag ſaßen ſie am Stickrahmen, oder waren mit weiblichen Arbeiten beſchäftigt; nur ſelten verließen ſie das Haus, mit dem ſie ſo verwachſen waren, wie die Schnecke mit dem ihrigen. Es fing ihnen dann wie den Eulen und andern Nacht⸗ vögeln; ſobald ſie ſich zeigten, wurden ſie von dem Schwarm der löblichen Gaſſenjugend, wie von einer Schaar Dohlen und Raben verfolgt und wegen ihres wunderlichen Aus⸗ ſehens verſpottet. Ihre Erſcheinung war auch in der That auffallend genugz; ſie kleideten ſich, wie man ſich damals kleidete, als ſie noch jünger waren. Solche Ungeheuer von Hüten und Hauben wurden ſonſt nirgends in der Reſidenz geſehen; ein vorweltlicher Kopfputz bedeckte ihre grauen Scheitel und ihre Mäntel ſchienen aus einem vergangenen Jahrhunderte zu ſtammen. Sie kümmerten ſich nicht um die Mode; dabei wählten ſie immer die feinſten und theuer⸗ ſten Stoffe, die ſie auf Jahre im Voraus einkauften und ſo lange liegen ließen, bis ſie dieſelben brauchten. In ſo abenteuerlichem Aufzuge ſah man ſie durch die Straßen neben einander wandern, in den Händen einen großen,


