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darum ohne alle Verſchuldung gemieden wurde. Der Doctor hatte zwei Töchter, die er zwar ſehr liebte, aber überaus ſtreng erzog. Das Vorurtheil, welches dem Vater anhaftete, übertrug ſich auch auf die beiden Mädchen, ſie hießen bald die„Todtenfräulein“ und kein Kind von gleichem Alter wollte mit ihnen ſpielen und ſich ihnen nahen. So wuchſen ſie auf ohne Freunde und Bekannte, denn der Doctor verkehrte mit Niemand, außer mit ſeinen Büchern und Patienten. Letztern gegenüber beobachtete er ebenfalls ein äußerſt zurückhaltendes, faſt hochmüthiges Benehmen, denn er war der Anſicht, daß der Arzt ſich nicht wegwerfen dürfe und dem Kranken wie ein Gott, voll Würde und Erhabenheit, erſcheinen müſſe, um ihm den nöthigen Reſpekt einzuflößen.— Auch ſeinen Töchtern gegenüber erſchien er in ähnlicher Weiſe, ſo daß ſie zu ihm wie zu einem höheren Weſen emporblickten, mehr von Ehrfurcht als von Liebe erfüllt. Die Mutter war bald nach der Geburt des jüngſten Kindes, eines Knaben, ge⸗ ſtorben, der ihr wenige Tage ſpäter nachfolgte. Sie war eine ſtille, ſanfte und gottesfürchtige Frau geweſen; das einzige weibliche Weſen, welches der Doctor wahrhaft und mit einer Leidenſchaft geliebt hatte, die ſonſt nicht in ſeiner mehr kalten und ſtrengen Weiſe lag. Der Pöbel trug ſich mit der Sage, daß er das Skelett ſeiner Frau und des Kindes in einem gläſernen Schrank noch aufbewahre,


