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keine menſchliche Seele geſehen zu haben. Es war Alles ſo ſtill darin, daß man faſt den Wurm hören konnte, der an dem morſchen Täfelwerk und im Holze nagte und den Kalk, wie er zerbröckelte. Da gab es keine lachenden Kinder, welche vor der Hausthür ſpielten, keine plaudernden Mägde auf der Schwelle, kein Milchweib, welches Frühmorgens die Milch brachte und nicht einmal der Briefträger, der doch ſonſt in alle Häuſer kommt. Das alte Haus ſchien vollkommen taubſtumm zu ſein, denn man hörte nicht das geringſte Geräuſch darin, keinen Laut, kein Inſtrument, oder gar einen Lärm, ſelbſt die Hausglocke theilte dies all⸗
gemeine Schweigen, denn Niemand konnte ſich rühmen,
ihr Geläute vernommen zu haben. Es lag etwas Geſpen⸗ ſtiſches und Unheimliches in dieſer ungewohnten Stille, noch dazu mitten unter dem Verkehr der lebendigen Straße. Beſuche kamen und gingen nicht, kein Wagen hielt in der Nähe und ſo geſchah es, daß wirklich Niemand recht wußte, ob das Haus lebende Weſen beherbergte, oder nicht. Aber es war doch bewohnt; ſeit Jahren hauſten zwei Schweſtern darin, die bereits ein hohes Alter erreicht hatten. Wie alt ſie ſchon geworden, wußte Keiner zu ſagen, vielleicht ſie ſelber nicht einmal. Sie hatten das Haus von ihrem Vater, der unter irgend einem verſtorbenen Könige Leibarzt geweſen war, zugleich mit einem bedeutenden Vermögen ererbt; das, wie gewöhnlich, von dem ufe übertrieben 4 1 1
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