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„Ihre Schweſter?“ fragte er, wie aus einem Traum erwachend und zu neuem Leben zurückgekehrt.
„Ja, meine Schweſter!“ wiederholte ſie mit unendlich rührender Stimme.„Ol ſagen Sie, wie Sie zu dem Bilde gekommen ſind? Und das Kind, ihr Kind?“ fügte ſie in banger Erwartung hinzu.
Es lag eine ſolch überzeugende Wahrheit in ihren abgebrochenen Worten, daß auch der letzte Zweifel ſchwin⸗ den mußte. Tief beſchämt ergriff Herr von Lahr die Hand der Gräfin, die er reuevoll an ſeine Lippen führte, in der Stille ſeinen Verdacht abbittend. Er war ſo erſchüttert, voon Freude uund Glück ſo aufgeregt, daß er vergebens nach Faſſung rang. Seine männlichen Augen füllten ſich mit Thränen, ſein Herz pochte, alle ſeine Pulſe flogen. Sie ſah ihn verwundert mit ihren unſchuldsvollen Blicken an, welche bis in die Tiefe ſeiner Seele drangen, da ſie dieſe ſonderbare Stimmung des ſonſt immer ſo ruhigen Mannes nicht zu deuten wußte. Endlich nach einer längeren Pauſe vermochte er im Zuſammenhauge Alles zu erzählen, was ſich zugetragen, wobei er als eine Art Selbſtbuße ſeine be⸗ leidigenden Beſorgniſſe nicht verſchwieg.
„Können Sie mir vergeben, Adele?“ fragte er am Schluſſe ſeines langen Berichts.
Sie ſprach nicht, ſie lächelte nur, wie ein liebendes


