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Weib zu lächeln vermag, und er wußte, daß ſie ihm ver⸗ ziehen hatte.
„Jetzt,“ fügte ſie hinzu,„wo der Zufall Sie in mein Geheimniß eingeweiht, wo ich Ihnen zu dem größten Danke verpflichtet bin, dürfen Sie auch Alles erfahren, die Leiden und das Elend, das ich Jahre lang verſchloſſen halten mußte. Sie wiſſen bereits, daß ich nicht immer Gräfin Bratinski war. Mein Vater lebte als Muſiker an einem kleinen Hoftheater von ſeinem ſpärlichen Gehalt, womit er kümmerlich ſich und uns ernährte. Frühzeitig entwickelte ſich bei mir mein Geſangstalent; ich wurde in den Chor aufgenommen und bezog, wie Sie ſich denken können, eine äußerſt geringe Gage. Dennoch reichte die⸗ ſelbe hin, nach dem plötzlichen Tode des Vaters, mich und meine jüngere Schweſter, welche bei mir lebte, zu erhalten. Wir liebten uns gegenſeitig wie zwei Weſen, die ſonſt Nie⸗ mand weiter auf der Welt haben. Wir waren uns noch mehr, als Geſchwiſter ſich ſonſt zu ſein pflegen. Ich ſorgte für Ottilie wie eine Mutter und ſie hing an mir wie ein dankbares Kind, obgleich der Unterſchied unſerer Jahre keineswegs ſo bedeutend war. Sie beſaß eine hinreißende Liebenswürdigkeit, einen heiteren Sinn, während ich ſchon damals weit mehr zum Ernſt und Nachdenken hinneigte. Der Zufall änderte plötzlich meine Lage; die Erkrankung der zweiten Sängerin machte eine ſchnelle Beſetzung ihrer


