Teil eines Werkes 
2. (1858) Der Waisenknabe / von Max Ring
Entstehung
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Strafe bewahren. Einſtweilen ſehe ich mich jedoch ge⸗ nöthigt, Dich der Polizei zu übergeben und Dich feſtnehmen zu laſſen.“

Der Präſident gab das verabredete Zeichen und die Wache bemächtigte ſich des Verbrechers, der unter Thrä⸗ nen und Schluchzen ſeine Reue zu erkennen gab. Auf Verlangen wiederholte Friedrich ſein Geſtändniß, das jetzt vollſtändig von einem vereidigten Schriftführer und in Gegenwart der Zeugen zu Protokoll genommen wurde. Nachdem dies geſchehn war, ſtürzte ſich der Bediente noch einmal zu den Füßen ſeines Herrn, deſſen Gnade anflehend und ihm ſeine unglückliche Familie empfehlend.

„Für die Deinigen,“ ſagte dieſer ſtreng aber menſch⸗ lich,„will ich Sorge tragen, weil ſie mich dauern. Ueber Dein Schickſal habe ich nicht, ſondern einzig und allein das Geſetz und Deine Richter zu beſtimmen.“

Darauf flüſterte er dem Beamten einige leiſe Befehle in's Ohr, welche dieſer ſogleich auszuführen verſprach, während der Gefangene in einem indeß herbeigeholten Wa⸗ gen geräuſchlos nach dem Polizeigefängniſſe gebracht wurde. Der Präſident blieb allein mit Wilhelm zurück; er ließ ſich den Namen des Knaben und die Wohnung der Pflegemutter ſagen.

„Geh' jetzt, mein Sohn,“ fügte er gütig hinzu, in⸗ dem er ſeine Hand auf den Kopf des Jungen legte.„Du