187 geheime Schubfach geöffnet, wo die bewußte Depeſche ſich befindet. Anbei folgt die gewünſchte, wortgetreue Ab⸗ ſchrift.“
Die Feder war dem Elenden jetzt aus der Hand ge⸗ fallen; ſo ſaß er da mit leichenblaſſem, fahlem Angeſicht, vollſtändig gelähmt und erdrückt von der Laſt ſeines Ver⸗ brechens.
„Gnade!“ ſtammelte er, nach Luft ringend und von ſeinem Sitze auftaumelnd.
„Was redeſt Du von Gnade?“ fragte Herr von Lahr kalt.„Du haſt vergeſſen, die Adreſſe zu machen: An den Waiſenvater, Herrn Mehlkatz, wohlgeboren, in der Thurmgaſſe.“
„Gnade!“ flehete von Neuem der Bediente.„Ich bin nur verführt worden, ich allein hätt' es nie über mein Herz gebracht, ſolch einen gütigen Herrn zu verrathen. Er hat mich überredet und mit ſeinem verwünſchten Gelde meine Augen verblendet.“
„Du bekennſt alſo?“
„Daß ich ſchuldig bin, daß— ich auf Geheiß des niederträchtigen Mehlkatz, der mich dazu verleitet hat, mit⸗ telſt des Nachſchlüſſels Ihren Schreibtiſch geöffnet und öfters Dokumente und Depeſchen abgeſchrieben habe, die er mir abnahm und wofür er mich bezahlte.“
„Dein offenes Bekenntniß ſoll Dich vor der härteren


