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„Der Präſident bin ich ſelber. Was bringſt Du mir?“
„Ich habe geſtern im Birkenwäldchen einen Brief ge⸗ funden, den ich hier abgeben will.“
Damit reichte er dem Präſidenten das erbrochene Schreiben hin. Dieſer warf einen zerſtreuten Blick darauf und las immer aufmerkſamer, immer geſpannter. Der Inhalt überraſchte ihn auf das Höchſte; plötzlich waren alle ſeine bisherigen Zweifel gelöſt, das räthſelhafte Ver⸗ ſchwinden der Depeſche mit einem Male erklärt. Der Brief enthielt die Beweiſe, daß ſein eigener Bedienter der Thäter war, angeſtiftet von einer fremden Perſon, welche ſich aus Vorſicht nur mit dem Anfangsbuchſtaben ihres Namens unterzeichnet hatte. Dem aufmerkſamen Knaben entging die Bewegung nicht, welche der Leſer deutlich in ſeinen Zügen verrieth.
„Der Waiſenvater,“ fügte er hinzu,„hat den Brief geſchrieben; ich kenne ſeine Handſchrift.“
„Welcher Waiſenvater?“ fragte der Präſident ver⸗ wundert.
„Nun Herr Mehleatz, der die Muſteranſtalt hat.“
„Komm jetzt mit, mein Sohn; Ich muß Dich nochn genau über die Art und Weiſe befragen, wo und wie Du den Brief gefunden haſt.“
Wilhelm folgte ihm willig und gern, da ihm das freundliche Geſicht und wohlwollende Betragen des Prä⸗


