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brod und dachte vielleicht an ihn. Schüchtern öffnete er jetzt die Thür und ſteckte ſeinen Kopf herein; die gute Frau erſchrak über den ſpäten Beſuch und ſchrie vor Furcht laut auf.
„Wer iſt da?“ fragte ſie zuſammenfahrend.
„Ich bin es ja,“ antwortete der Junge.
„Wilhelm!“ rief ſie ganz verwundert und glaubte, ihren Augen nicht trauen zu dürfen.
„Ich bin es,“ mußte er noch einmal wiederholen, ehe ſie ihn wieder erkannte.
„Gütiger Himmel! Was machſt Du in ſo ſpäter Nacht hier? Wie kommſt Du her und warum biſt Du nicht in der Anſtalt? Was will der fremde Junge dort?“
Das waren viele Fragen auf ein Mal, zu denen er eine geraume Zeit bedurfte, ehe er ſie nach der Reihe be⸗ antworten konnte. Bei ſeiner Erzählung ſchlug ſie ein Mal über das andere die Hände über den Kopf vor Ver⸗ wunderung, Mitleid und Schreck zuſammen. Und als er geendet hatte, ſaß ſie noch immer ſtumm vor Erſtaunen da; ſie wußte gar nicht, was ſie ſagen oder thun ſollte.
„Das ſind ſchöne Geſchichten,“ meinte ſie.„Was wird Herr Roſenberg, was wird die Frau Baronin, was wird der Herr Waiſenvater ſagen? Der Kopf dreht ſich mir und ich weiß nicht, was ich anfangen ſoll und noch dazu mit zwei Jungen.“


