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„Das hab' ich mir gleich gedacht,“ fiel Gottfried ſchüchtern ein.„Aber der Wilhelm wollte mich nicht hören. Am beſten wird wohl ſein, wenn ich gehe.“
„Wenn Du gehſt, geh' ich auch,“ ſagte Wilhelm ent⸗ ſchloſſen.
„Und wohin wollt Ihr denn?“ ſchalt Frau Schneider, bei der ſich das Mitleid regte und die angeborene Güte die Oberhand gewann.„In ſo ſpäter Nacht, wo ſchon alle Häuſer geſchloſſen ſind, müßt Ihr am Ende auf der Straße liegen. Für heute könnt Ihr Beide bleiben und morgen will ich ſehen, was ſich thun läßt.“
Den Knaben fiel ein Stein vom Herzen und mit dem glücklichen Leichtſinn der Zugend machten ſie ſich über das Abendbrod her, welches die Pflegemutter mit ihnen theilte; wobei ſie keinen geringen Appetit entwickelten; die gute Frau ſah ihnen zu und freute und ärgerte ſich zu gleicher Zeit. Bald ſchimpfte ſie über die Grauſamkeit des Waiſenvaters und dann wieder über die tolle Flucht der Jungen, welche ihr neue Verlegenheiten zu bereiten drohte. Sie hätte Beide gern behalten, aber eben ſo gern wieder fortgeſchickt, da ihr Einkommen kaum für ſie ſelber hin⸗ reichte. So ſchwankte ſie und konnte zu keinem Entſchluſſe kommen, bis ſie ſich mit dem Gemeinſpruch tröſtete: Guter Rath kommt über Nacht. Da die Jungen von dem weiten Spaziergang müde waren und ihnen der Schlaf zu den


