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Ihnen verlange,“ antwortete dieſe mit ihrem huldreichſten Lächeln.
„Reden Sie, gnädigſte Frau! Was kann und ſoll ich thun? Geſegnet der Augenblick, wo mir die Gelegen⸗ heit geboten wird, mich Ihnen dankbar zu erweiſen.“
„Es handelt ſich um ein Werk der Barmherzigkeit.“
„Das kann ich mir denken; denn wo Sie erſcheinen, wandelt ja die chriſtliche Liebe in verkörperter Geſtalt.“
„Sie beſchämen mich, lieber Mehlkatz! Ich fühle es, daß mein Wille weiter reicht, als meine Kraft. Es giebt ſo viel Jammer und Elend auf dieſer ſündigen Welt, aber welcher Sterbliche vermag all die Thränen zu trock⸗ nen, welche unter dem Monde fließen?“
„Wahr, ſehr wahr und ſchön geſagt,“ entgegnete der fromme Waiſenvater mit gefalteten Händen und andäch⸗ tigen Mienen, als hörte er ſoeben einer erbaulichen Pre⸗ digt zu.
„Ich weiß wohl,“ fuhr die Baronin durch ſeinen Beifall ermuntert fort,„daß all unſer Thun und Wiſſen nur Stückwerk iſt, aber das ſoll mich nicht abhalten, in meinem Streben für das Wohl der Menſchheit fort zu fahren. So lange dieſe ſchwachen Füße noch meinen Körper tra⸗ gen, ſo lange ich eine Hand ausſtrecken, meinen Mund öffnen kann, werde ich für meine Armen wirken und weder eine Mühe noch ein Opfer ſcheuen, ſei dies noch ſo groß.“


