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befreundete, ihren Pflegling zu verlieren, wozu allerdings die ihr eben eröffnete Ausſicht, ihn einigermaßen verſorgt zu ſehen, das Meiſte beitrug. Während aber Wilheln's ferne⸗ res Loos in dieſer Weiſe beſprochen und entſchieden wurde, fing er ſelber an, ſich in ſeiner gezwungenen Einſamkeit zu langweilen. Die Schwalbenwirthſchaft intereſſirte ihn nicht weiter, nachdem durch ſeine Dazwiſchenkunft das Drama mit dem Sperling einen befriedigenden Schluß erhalten hatte. Eine Zeit lang hörte er noch das eintönige Ge⸗ zwitſcher der Vögel, das ihn aber auf die Länge der Zeit ermüdete; dann dachte er an ſeine Freundin Lieschen und wunderte ſich, daß ſie ſich gar nicht ſehen ließ. Freilich konnte er nicht ahnen, daß auch ſie ſeit der geſtrigen Af⸗ faire ſtrengen Stubenarreſt hatte und nicht in den Hof kommen durfte. Um ſie zu rufen, griff er zu ſeinem ge⸗ wöhnlichen Mittel, das nur ſelten ſeine Wirkung verfehlte. Er bog ſich weit zum geöffneten Fenſter hinaus und pfiff die ihr bekannte Melodie, womit er ſie zu locken pflegte. Die kleine Schelmin hörte ihn wohl, aber ſie durfte ſich nicht vom Platze rühren, da die Gouvernante ſich als Wache an ihre Seite gepflanzt hatte und ſie nicht aus den Augen ließ. Kaum war aber dieſelbe wegen eines dringenden
Geſchäftes fortgegangen, ſo öffnete ſich das auf den Hof hinausgehende Fenſter und es ſchaute der wilde Lockenkopf der gefangenen Prinzeſſin heraus.


