Teil eines Werkes 
2. (1858) Der Waisenknabe / von Max Ring
Entstehung
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muth. Dafür ſteh' ich Ihnen aber, wenn er erſt im Ar⸗ beitshaus nur ein Vierteljahr geſeſſen hat, dann bleibt auch kein gutes Haar an ihm.“

„Das ſind nur faule Ausflüchte. Ich ſehe ſchon, Sie wollen den Jungen nicht wegthun. Meinetwegen! Dann ſind wir aber geſchiedene Leute und Sie ziehen im nächſten Monate ohne Widerrede aus. Ich will mir nicht das Haus über dem Kopf anzünden laſſen.“

„Das ſoll ja nicht wieder vorkommen. Er hat mir ſein Wort darauf gegeben und, Alles, was wahr iſt, wenn er einmal'was verſpricht, ſo kann man Häuſer darauf bauen.“

„Das mag Sie thun, aber aus meinem Hauſe muß Sie'naus. Verſtanden?— Außerdem werde ich bei der Armenkommiſſion als Vorſteher darauf antragen, daß Ihr die monatliche Unterſtützung von zwei Thalern entzogen wird. Wenn Sie einen ſolchen Bengel, der Sie gar nichts angeht, noch ernähren kann, dann braucht Sie auch keine Unterſtützung mehr. Es giebt andere Leute, die es mehr bedürfen und verdienen als Sie.“ 3

Das hieß aber die gute Frau an der empfindlichſten Seite packen, denn die zwei Thaler waren für ſie keine Kleinigkeit, ſondern ein ganzer Schatz. Dieſelben wurden monatlich von ihr bei Seite gelegt und als ein Erſparniß ihrer alten Tage ſorgfältig gehütet, wenn die Zeit kommen