Teil eines Werkes 
2. (1858) Der Waisenknabe / von Max Ring
Entstehung
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delte ſich um nichts Geringeres, als um Wilhelm's Zukunft, welche hier entſchieden werden ſollte. Mit ſtrenger Miene ſaß Herr Roſenberg in ſeinem Arbeitszimmer, angethan in dem purpurrothen Schlafrock, der ihm vollends das Aus⸗ ſehen eines zornigen Puterhahns verlieh.

„Hat man ſich entſchieden,“ kollerte er die arme Frau an,„will man den unnützen Taugenichts fortjagen, wie er es verdient.“

„Es thut mir gar zu leid, und ich weiß noch immer nicht, ob es nicht ein Unrecht iſt, ſo mir nichts dir nichts ein Waiſenkind zu verlaſſen. Der Junge hat ja keinen Menſchen auf der Welt, der ſich ſeiner annimmt und wenn ich ihn auch verſtoße, ſo muß er betteln gehn, oder gar was Schlimmeres thun und ſtehlen.“

„Wofür giebt es denn ein Arbeitshaus für ſolche Herumtreiber? Dahin gehört er längſt. Wenn Sie ihn nicht behalten wollen, ſo werde ich darauf antragen, ihn dort einzuſtecken. Da wird ihm ſchon der Kitzel vergehen, wenn er Wolle kratzen oder haſpeln muß.“

„Mein Gott! Das kann doch nicht Ihr Ernſt ſein, Herr Roſenberg! Wenn der Junge erſt in's Arbeitshaus kommt, dann iſt es aus mit ihm. Was kann da noch Gu⸗ tes aus ihm werden, in der Geſellſchaft von beſtraften Dieben, Taugenichtſen und liederlichen Frauenzimmern. Schlecht iſt er nicht, wenn auch leichtſinnig und voll Ueber⸗